Ausbildungsmarkt NRW August 2017

Pressemitteilung von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle
Nr. 30 / 2017 – 31. August 2017


"NRW-Ausbildungsmarkt im August:
Noch viele Chancen für Ausbilder und Bewerber

Zum offiziellen Start des Ausbildungsjahres am 1. September waren in NRW 23.170 Berufsausbildungsstellen noch nicht besetzt. Zugleich waren 23.645 Jugendliche noch nicht versorgt. Weiterhin lag die Zahl der Bewerber mit Ausbildungswunsch – unversorgter und von Bewerbern mit Alternative - höher als die der gemeldeten freien Ausbildungsstellen. Doch noch ist vieles möglich. Für Bewerber besteht nach wie vor die Chance, nach den Sommerferien die ersehnte Lehrstelle zu finden. Auch Unternehmen bieten sich noch viele Möglichkeiten, Ausbildungsplätze mit den dringend benötigten Lehrlingen zu besetzen.

„Wer jetzt noch keinen Ausbildungsplatz oder noch keinen Azubi gefunden hat, dem bieten sich noch alle Chancen, doch noch die richtigen Bewerber oder die passende Stelle zu finden“, sagte Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Wichtig ist, dass Ausbilder und Bewerber jetzt schnell agieren und den Kontakt zu den Agenturen für Arbeit suchen; die jungen Menschen zu den Berufsberaterinnen und Berufsberater und die Arbeitgeber zum Arbeitgeber-Service. Der Ausbildungsmarkt ist noch länger in Bewegung und unser Ziel ist es, noch möglichst viele Ausbildungsplätze erfolgreich zu besetzen.“ Im September, sagte die Ausbildungsmarktexpertin, werden viele Ausbilder zudem Stellen nachbesetzen, bei denen die Bewerber oder die Azubis nach den ersten Wochen abgesprungen sind: „Wichtig ist es mir, dass die vorhandenen Chancen genutzt werden“.

Im August suchten noch 23.645 Bewerberinnen und Bewerber einen Ausbildungsplatz. „Das Qualifikationsniveau dieser Bewerber lässt sich durchaus sehen“, sagte Schönefeld: „Rund 8.500 der bislang noch unversorgten Jugendlichen haben das Abitur oder die Fachhochschulreife, die mittlere Reife können rund 8.300 Bewerberinnen und Bewerber ohne Ausbildungsplatz vorweisen, den Hauptschulabschluss haben gut 5.200 dieser Jugendlichen in der Tasche. Unternehmen und Betriebe haben noch alle Chancen, den Ausbildungsplatz mit guten und geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen.“

Allerdings spielt auch die Arbeitsmarktregion bei den Erfolgschancen für Unternehmen und Jugendliche eine Rolle. Im abgelaufenen Monat fiel das Verhältnis von Angebot und Nachfrage regional sehr unterschiedlich aus. „Im Münsterland und in Südwestfalen ist das Angebot für Jugendliche deutlich besser, als in den anderen Regionen. Im Münsterland kommen derzeit 139 unbesetzte Lehrstellen auf 100 Bewerber, in Südwestfalen sind es sogar 143 Lehrstellen. In anderen Landesteilen ist die Nachfrage größer als das Angebot, haben also eher die Unternehmen die Auswahl“, sagte Schönefeld. „Im Bergischen Land zum Beispiel kommen auf 100 Bewerberinnen und Bewerber 87 freie Stellen. Im Ruhrgebiet sind es nur 75 Stellen. Unser Ziel ist es, viele dieser Stellen noch zu besetzen.“

BA rät Ausbildern und Jugendlichen zur Flexibilität
Damit es mit der Lehrstelle oder dem Azubi dieses Jahr noch klappt, rät Schönefeld beiden Seiten zur Flexibilität. „So wie sich der Ausbildungsmarkt seit einiger Zeit entwickelt, ist es für Unternehmen ratsam, auf geeignete, nicht mehr unbedingt auf die schulisch besten Bewerberinnen und Bewerber zu setzen.“ Die Bundesagentur für Arbeit sehe bereits jetzt einen hohen Bedarf an Fachkräften am Arbeitsmarkt, der sich ohne Ausbildung junger Menschen nicht decken ließe: „Die Agenturen für Arbeit unterstützen Unternehmen, die Jugendliche in Ausbildung nehmen, die nicht ganz ihren Ansprüchen genügen. Das geht von der Nachhilfe bis hin zur engen, wöchentlichen Betreuung. Viele Unternehmen haben diese Möglichkeiten bereits erfolgreich ergriffen.“ Jugendlichen rate sie, Kontakt zu den Berufsberaterinnen und der Berufsberatung aufzunehmen: „Es ist noch alles möglich. Die Berufsberatung kann über passende und erreichbare Angebote in Nachbarstädten informieren; oder aber man schaut gemeinsam darauf, welche interessanten Angebote zwar vielleicht nicht dem Traumberuf entsprechen, aber den eigentlichen Interessen der Jugendlichen. Vielleicht sind diese alternativen Berufe später, im Rückblick, sogar die bessere Wahl.“

Bewerberinnen mit und ohne Alternative suchen noch Lehrstellen
Seit dem Beginn des Vermittlungsjahres im Oktober 2016 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit in NRW insgesamt 132.697 junge Menschen, die eine Ausbildung beginnen möchten. Das waren 1.171 Jugendliche oder 0,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von diesen gelten mittlerweile 109.052 als versorgt, da

  • sie einen Ausbildungsplatz sicher in der Tasche haben. Im August waren das 50.953 Personen, 246 mehr als vor einem Jahr,
  • sie sich als Bewerberinnen und Bewerber wieder abgemeldet haben, zum Beispiel um weiter zur Schule zu gehen, ein Studium oder eine gemeinnützige Beschäftigung etwa mit einem freiwilligen sozialen Jahr aufgenommen haben. Im August hatten sich 43.981 junge Menschen für diesen Weg entschieden – 1.620 Personen oder 3,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.
  • oder sie haben zwar eine Alternative zu einem Ausbildungsplatz, etwa die Möglichkeit, einen höheren Schulabschluss zu erwerben oder ein Studium aufzunehmen, möchten aber weiterhin an dem Ziel Ausbildung festhalten. Im August galten 14.118 Bewerberinnen und Bewerber als „Bewerber mit Alternative“.


Unversorgt und noch ohne Alternative waren im August 23.645 junge Menschen, 18 Personen mehr als vor einem Jahr. Insgesamt – Bewerberinnen und Bewerber mit und ohne Alternative zusammengerechnet – wünschten sich im August noch 37.763 junge Menschen, in diesem Jahr eine Berufsausbildung zu beginnen.

Ende August waren noch 23.170 Ausbildungsplätze unbesetzt – 1.421 oder 6,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt wurden von Oktober bis August 105.722 Ausbildungsstellen bei den Agenturen für Arbeit gemeldet - ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 397 Stellen oder 0,4 Prozent.

Alle Angebote und Nachfragen seit Oktober 2016 ins Verhältnis gesetzt, kamen bis August in NRW auf 100 Bewerberinnen und Bewerber 80 Ausbildungsangebote.

(...)

Der häufigste Schulabschluss unter den Bewerberinnen und Bewerber auf Ausbildungsplätze ist im aktuellen Vermittlungsjahr der Realschulabschluss - 46.117 Personen oder 34,8 Prozent bewarben sich mit diesem Abschluss. Die Fachhochschulreife hatten 30.364 Jugendliche, die Hochschulreife 21.731 junge Menschen. 26.139 junge Menschen oder 19,7 Prozent bewarben sich auf eine Lehrstelle mit einem Abschluss der Hauptschule. 2.390 Bewerber oder 1,8 Prozent hatten keinen Schulabschluss.

Junge Menschen mit Fluchthintergrund am Ausbildungsmarkt
Auch junge Menschen mit einem persönlichen Fluchthintergrund bewarben sich auf Ausbildungsplätze. 6.044 jungen Geflüchteten bescheinigten die Agenturen für Arbeit in NRW die volle Ausbildungsreife. Bis Ende August konnten 1.609 junge Geflüchtete einen Ausbildungsplatz finden. Unversorgt waren im August noch 1.841 junge geflüchtete Menschen.

Weitere statistische Daten und Grafiken rufen Sie bitte hier ab.
Hier lesen Sie den NRW-Ausbildungsatlas 2017 „Problemtypen des Ausbildungsmarktes“

Zusätzliche Informationen erhalten Sie auf der Kampagnen-Seite der Bundesagentur für Arbeit."

 

Quelle: Pressemitteilung Nr. 30/2017 von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle vom 31. August 2017

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