Ausbildungsmarkt NRW Juli 2017

Pressemitteilung von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle
Nr. 28 / 2017 – 01. August 2017


"NRW-Ausbildungsmarkt im Juli:
Ausbildungsmarkt in NRW unausgeglichen

Das Verhältnis zwischen unversorgten Jugendlichen und unbesetzten Berufsausbildungsstellen zeigte sich im Juli regional sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt kamen in NRW auf einen unversorgten Jugendliche 0,92 unbesetzte Ausbildungsstellen. Von Oktober 2016 bis Juli 2017 meldeten sich landesweit 127.571 junge Leute bei den Agenturen für Arbeit als Bewerber. 1.164 oder 0,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig ging die Zahl der bei den Agenturen für Arbeit gemeldeten Ausbildungsplätze um 248 oder 0,2 Prozent zurück. Im Schnitt kamen auf 100 Bewerber 80 Ausbildungsangebote.

„Im Juli suchten noch 35.649 junge Leute in NRW einen Ausbildungsplatz“, sagte Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Ihnen stehen 32.770 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Die Situation für Jugendliche im Ruhrgebiet unterscheidet sich zum Beispiel deutlich von der Situation, die wir im Münsterland oder in Südwestfalen beobachten. In den Ballungszentren in NRW reicht die Zahl an gemeldeten Ausbildungsplätzen nicht aus, um allen noch suchenden Jugendlichen ein Angebot zu machen. Daher ist es wichtig, dass uns an die Unternehmen in NRW weiterhin ihre unbesetzten oder auch wieder unbesetzten Ausbildungsplätze melden. Denn Jugendliche mit sehr guten Qualifikationen können häufig zwischen mehreren Angeboten wählen. Das führt in manchen Unternehmen dazu, dass der besetzt geglaubte Ausbildungsplatz plötzlich wieder unbesetzt ist, weil der Azubi abgesprungen ist. In diesen Fällen ist Eile geboten, um noch Nachwuchs für das Unternehmen zu finden. Unsere Arbeitgeberservice freuen sich über jeden Ausbildungsplatz, der gemeldet wird, denn er bietet eine konkrete Chance auf Einstieg in das Berufsleben. Und viele motivierte und interessierte Jugendliche sind ebenfalls noch auf der Suche.“

Deutliche regionale Unterschiede auf dem Ausbildungsmarkt
Wie bereits im Juni so kamen auch im Juli im Ruhrgebiet auf 100 Bewerberinnen und Bewerber lediglich 67 Angebote. Anders stelle es sich im Münsterland und in Südwestfalen dar, hier kamen auf 100 Bewerber und Bewerberinnen 104, bzw. 106 Angebote. „Wir sehen einen deutlichen regionalen Unterschied. Betrachtet man NRW, so ist das Verhältnis weiter recht unausgeglichen: 80 Ausbildungsangebote stehen im Durchschnitt 100 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Weiterhin sind noch viele Ausbildungsstellen unbesetzt.“

Schönefeld rät beiden Seiten zur Flexibilität: „Viele Unternehmen haben ihre Bewerberinnen oder ihren Bewerbern noch nicht gefunden. Ebenso suchen viele Jugendliche noch nach ihrem Ausbildungsplatz. Ich rate daher, nach rechts und links zu schauen. Für Arbeitgeber heißt das, außer dem Blick auf das Zeugnis auch den Jugendlichen dahinter zu sehen. Den Jugendlichen rate ich, sich auch über die Angebote in den Nachbarstädten oder auch den Nachbarregionen zu informieren. Unser Ausbildungsatlas bietet hier eine gute Orientierung. “

Bewerberinnen mit und ohne Alternative suchen noch Lehrstellen
127.571 Bewerberinnen und Bewerber haben sich seit Oktober 2016 bei den Agenturen für Arbeit in NRW gemeldet, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Das sind 1.164 junge Menschen oder 0,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Von diesen gelten mittlerweile 91.922 als versorgt - das heißt:

• sie haben einen Ausbildungsplatz sicher in der Tasche. Im Juli waren das 42.451 Personen, 135 weniger als vor einem Jahr,
• sie haben sich als Bewerberinnen und Bewerber wieder abgemeldet, zum Beispiel um weiter zur Schule zu gehen oder ein Studium aufzunehmen. Die Zahl dieser Personen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 754 auf 36.962 Personen,
• oder sie haben zwar eine Alternative zu einem Ausbildungsplatz, etwa eine Stelle für ein soziales Jahr, wollen aber an dem Ziel Ausbildung weiter festhalten. Im Juli galten 12.509 Bewerberinnen und Bewerber als „Bewerber mit Alternative“.

Als unversorgt oder ohne Alternative galten im Juli 35.649 junge Menschen, denen 32.770 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüberstanden – 2.432 oder 8,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt wurden von Oktober bis Juli 102.377 Ausbildungsstellen gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang um 248 Stellen oder 0,2 Prozent.

Betrachtet man Angebot und Nachfrage insgesamt am Ausbildungsmarkt in NRW, errechnet sich für den Juli ein Verhältnis von 100 Bewerberinnen und Bewerber zu 80 Ausbildungsstellen. Vor einem Jahr lag das Verhältnis bei 100 zu 81. Im Juli suchten noch 35.649 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. Dazu kamen weitere 12.509 Bewerberinnen und Bewerber, die eine Alternative hatten. Demnach suchten noch 48.158 junge Bewerberinnen und Bewerber aktiv in NRW einen Ausbildungsplatz: Auf 100 aktive Bewerberinnen und Bewerber mit und ohne Alternative kamen 68 Angebote.

Die meisten Bewerberinnen und Bewerber auf Ausbildungsplätze hatten im Juli einen Realschulabschluss – 47.996 Personen oder 37,6 Prozent. 34,5 Prozent oder 43.940 Personen schlossen die Schule mit dem Fach- oder Vollabi ab. 27.870 junge Menschen oder 21,8 Prozent bewarben sich mit einem Abschluss der Hauptschule. Nur 1,7 Prozent aller Bewerber hatten gar keinen Schulabschluss – 2.138 Personen.

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Quelle: Pressemitteilung Nr. 28/2017 von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle vom 01. August 2017

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