Der NRW-Ausbildungsmarkt im April 2019

Pressemitteilung von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle
Nr. 13 / 2019 – 30. April 2019


"Der Ausbildungsmarkt im April

Rund 55.000 Ausbildungsplätze sind noch frei

Landesweit waren im April noch 53.434 bei den Agenturen für Arbeit gemeldete Ausbildungsplätze unbesetzt. Dem standen 62.466 junge Menschen gegenüber, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben. Davon hatten schon 10.682 Bewerberinnen und Bewerber eine Alternative, falls es mit der Lehrstelle nicht klappen sollte. Die regionalen Unterschiede sind groß. Während im Münsterland und in Südwestfalen mehr offene Ausbildungsplätze als interessierte Jugendliche gemeldet waren, waren zum Beispiel im Ruhrgebiet deutlich weniger Stellen frei, als es Bewerberinnen und Bewerber gab.

„In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Lücke zwischen Bewerberinnen, Bewerbern und gemeldeten Ausbildungsstellen immer weiter geschlossen“, sagte Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Ursache ist der kontinuierliche Rückgang der Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber, dem gleichzeitig ein wachsendes Angebot an Ausbildungsstellen gegenübersteht.“ Die geringere Zahl an einer Ausbildung interessierter Jugendlicher erklärt die Arbeitsmarktexpertin mit der demografischen Entwicklung und dem Trend zum Studium: „Gleichzeitig wächst der Druck bei den Unternehmen und Betrieben, Nachwuchs auszubilden. In den Unternehmen tickt die demografische Uhr. Viele Fachkräfte erreichen in den kommenden Jahren ihr Ruhestandsalter und werden aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Hinzu kommt, befeuert durch die technologischen Entwicklungen, ein erhöhter Bedarf an gut qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die neuen Technologien auch bedienen können.“ Deshalb würden nach Jahren des Rückgangs wieder vermehrt Ausbildungsplätze eingerichtet: „Die Ausbildung ist nach wie vor die wichtigste Säule der Fachkräftegewinnung“, sagte Schönefeld.

Unter den gegenwärtigen Bedingungen sei es für Ausbilderinnen und Ausbilder schwieriger, die passenden Azubis zu finden, als noch vor wenigen Jahren. Erschwerend käme die regionale Ungleichverteilung von freien Ausbildungsstellen und Jugendlichen hinzu: „Dort, wo viele Jugendliche eine Lehrstelle suchen, ist nicht zugleich auch der Bedarf der Unternehmen am größten. Im Münsterland und Südwestfalen sind mehr offene Stellen gemeldet, als Jugendliche mit oder ohne Alternative noch Ausbildungsplätze suchen. Umgekehrt ist es zum Beispiel im Ruhrgebiet oder im Bergischen Land: Hier ist die Nachfrage nach Lehrstellen größer als das Angebot.“ Doch selbst in den häufig als Problemregionen bezeichneten Landesteilen schließe sich die Lücke langsam: „Auch hier hat sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in den vergangenen Jahren angenähert. Es wird allerdings noch eine kurze Zeit dauern, bis auch hier von einem Bewerbermarkt gesprochen werden kann.“


Scheinbar schwächeren Jugendlichen eine Chance einräumen

Schönefeld sieht die Unternehmen und Betriebe am Zuge, dem wachsenden Druck weiter mit Engagement zu begegnen: „Megatrends wie die Digitalisierung und die demographische Entwicklung werden die Nachfrage nach Fachkräften in NRW unvermindert hochhalten. Deshalb ist es wichtig für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes, dass die Unternehmen in NRW in die Ausbildung von Nachwuchs investieren.“

Eine Lösung für Unternehmen und Betriebe, die sich schwertun, Auszubildende zu finden, sieht die Chefin der Arbeitsagenturen in NRW darin, scheinbar schwächeren Jugendlichen eine Chance einzuräumen: „Die Agenturen für Arbeit lassen Ausbilderinnen und Ausbilder nicht allein. Wir haben erfolgreiche Angebote wie die ausbildungsbegleitenden Hilfen, die Nachhilfe für Azubis ermöglichen oder die Assistierte Ausbildung, die neben Nachhilfe den jungen Menschen und Betrieben eine sozialpädagogische Begleitung bieten.“ Diese Programme haben sich fest etabliert: „Wir freuen uns über jedes Unternehmen, das diesen Weg gehen möchte und auf die Agenturen für Arbeit zukommt, um sich über die Möglichkeiten beraten zu lassen.“

Denn, da lässt die Chefin der Bundesagentur für Arbeit in NRW keinen Zweifel zu: „Der Ausbildungsmarkt verändert sich stark. Wir haben jetzt erst nur in einigen Regionen einen Bewerbermarkt. Doch dahin wird sich ganz NRW entwickeln. Unternehmen werden sich zunehmend engagieren müssen, um weiter auf gut ausgebildete junge Fachkräfte setzen zu können.“

 
Der Ausbildungsmarkt in Zahlen – deutliche regionale Unterschiede

Der Ausbildungsmarkt in NRW kommt in der sogenannten heißen Phase immer mehr in Bewegung. So öffnete sich im April die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wieder ein kleines Stück: Lag im Vormonat März die Relation aller im aktuellen Vermittlungsjahr 2018/2019 gemeldeten Stellen landesweit bei 0,98 freien Ausbildungsplätzen pro Bewerberin oder Bewerber, kamen im aktuellen Monat nur 0,93 Stellen auf jeden Jugendlichen. Vor einem Jahr lag das Verhältnis bei 0,88 Stellen pro Bewerberin oder Bewerber.

Insgesamt standen 105.259 Bewerberinnen und Bewerbern 97.894 gemeldete Ausbildungsplätze gegenüber. Das waren 1.859 Jugendliche oder 1,7 Prozent weniger als im April vor einem Jahr. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen nahm im Jahresvergleich um 3.154 oder 3,3 Prozent zu."

 
Quelle: Pressemitteilung Nr. 13 / 2019 – 30. April 2019 von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle

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