Der NRW-Ausbildungsmarkt im April 2020

Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen vom 30.04.2020

 

"Nr. 17 / 2020 – 30. April 2020
Der NRW-Ausbildungsmarkt im April
„Wir achten auf den Ausbildungsmarkt!“


Auch auf dem Ausbildungsmarkt in NRW hinterlassen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Virus-Pandemie ihre Spuren. Landesweit wurden bis Ende April 92.968 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 8.260 Lehrstellen weniger als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit 93.360 Jugendliche mit Interesse an einem Ausbildungsplatz – 11.899 junge Menschen weniger als vor einem Jahr. Aktuell werden viele Entscheidungen zur Besetzung freier Ausbildungsstellen mit Beginn Herbst 2020 verschoben. Hinzu kommt, dass in einigen Betrieben und Unternehmen bestehende Ausbildungsverhältnisse auf der Kippe stehen könnten. Gebraucht werden geeignete Lösungen, um den Ausbildungsmarkt zu stabilisieren, sagte der Leiter der Bundesagentur für Arbeit in NRW, Torsten Withake.

„Die Corona-Virus-Pandemie hinterlässt auch am Ausbildungsmarkt erste Spuren. Wir haben aber alle fest im Blick, dass wir etwas für die Ausbildung tun werden“, sagte Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Viele Unternehmen sind derzeit damit beschäftigt, ihre Existenz zu sichern. Sie haben Entscheidungen zur Ausbildung erst einmal auf Mai oder Juni vertagt. Der Ausbildungskonsens hat unter Federführung von Minister Laumann keine Zeit verstreichen lassen, gemeinsam schnell Überlegungen und erste Abstimmungen herbeizuführen, um geeignete Maßnahmen für NRW auf den Weg zu bringen. Wie in der Vergangenheit auch, bringt sich die Regionaldirektion aktiv in den Ausbildungskonsens ein.“

Der Ausbildungsmarktexperte sieht zwei Handlungsfelder, auf denen schnell Unterstützung geleistet werden muss: „Wir müssen alles tun, damit auch in diesem Jahr wieder viele neue Ausbildungsverhältnisse geschlossen werden. Zweitens müssen wir bestehende Ausbildungsverhältnisse sichern und stabilisieren.“

Lösungen für Ausbildungsbetriebe finden - bestehende Ausbildungsverhältnisse sichern
Der Ausbildungsmarktexperte sagte, die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie stellten derzeit viele Unternehmen und Betriebe vor große Herausforderungen: „Wir müssen Wege finden, wie wir Ausbilderinnen und Ausbilder wirksam unterstützen können, damit sie trotz zum Beispiel schlechter Auftragslage und Kurzarbeit bestehende Ausbildungsverhältnisse weiterführen und auch neue Azubis in Ausbildung nehmen können.“
Ein Lösungsansatz könnte zum Beispiel sein, „dass sich mehrere Unternehmen zu einem Verbund zusammenschließen und gemeinsam, sich gegenseitig ergänzend, die jungen Menschen ausbilden.“ Oberste Priorität hat es für Withake, dass Azubis ihre Lehre im Betrieb, am ersten Ausbildungsmarkt absolvieren: „Wir sind uns mit allen Partnern in NRW einig, dass wir gute Lösungen für Azubis und Betriebe finden wollen. Dazu gehört auch, dass wir gemeinsam alles daran setzen, Auszubildende, deren Unternehmen die Lehre nicht mehr sicherstellen können, gut zu beraten und bei anderen Unternehmen unterzubringen.“

Pandemie traf auf heiße Phase am Ausbildungsmarkt
Withake weiter: „Die Pandemie traf zur Unzeit auf den Ausbildungsmarkt, genau zur heißen Phase, in der viele Verträge geschlossen werden. Aufgrund der Unsicherheit werden aktuell viele Entscheidungen noch verschoben. Doch es ist gut zu hören, dass die Kammern viele Ausbildungsverträge noch auf den letzten Drücker im Sommer erwarten.“

Dennoch müsse man davon ausgehen, dass der Ausbildungsmarkt im aktuellen Jahr nicht mehr das Niveau der vorhergehenden erreichen könne: „Ich möchte ein klares Zeichen setzen. Der Ausbildungsmarkt ist uns trotz der vielen anderen Aufgaben, die sich zur Zeit stellen, wichtig. Das möchte ich so auf den Punkt bringen: Wir geben alles in NRW – auch für den Ausbildungsmarkt 2020!“

Der Ausbildungsmarkt in Zahlen – deutliche Rückgänge in allen Regionen
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze ist im April landesweit im Vergleich zum Vorjahr stark um 8,2 Prozent oder 8.260 Ausbildungsstellen zurückgegangen. Gleichzeitig ging auch die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber auf einen Ausbildungsplatz deutlich zurück. So meldeten sich bis Ende April 93.360 junge Menschen mit Interesse an einer dualen Berufsausbildung bei den Jobcentern und Agenturen für Arbeit. Das waren 11.899 Personen oder 11,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Den stärksten Rückgang bei den gemeldeten Ausbildungsstellen gab es prozentual im Bergischen Land. Dort wurden bis Ende April 7.644 Stellen gemeldet – 13,9 Prozent oder 1.234 weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Den geringsten Rückgang gab es hingegen in Südwestfalen. Hier betrug das Minus lediglich 3,4 Prozent oder 342 Lehrstellen.

Bei den gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern liegen alle Arbeitsmarktregionen in NRW ungefähr gleichauf. Den stärksten Rückgang gab es in Ostwestfalen-Lippe, wo sich im laufenden Vermittlungsjahr 1.649 Jugendliche oder 12,0 Prozent weniger für eine Ausbildung meldeten. In Südwestfalen waren es 800 Jugendliche oder 10,2 Prozent weniger als vor einem Jahr, die sich für eine Lehrstelle interessieren. Hier meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit 7.009 Jugendliche.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der unversorgten Jugendlichen um 7,7 Prozent oder 3.991 Personen auf 47.793 junge Menschen zurückgegangen. Rechnet man die Jugendlichen hinzu, die zwar noch keinen Ausbildungsplatz finden konnten, dafür aber schon eine Alternative im Blick haben, suchen derzeit noch 57.649 junge Menschen eine Lehrstelle.

Bei den unbesetzten Ausbildungsstellen gab es bis Ende April einen Rückgang von 1.817 Stellen oder 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Landesweit galten damit im April noch 54.843 Ausbildungsstellen als unbesetzt.
Auffällig ist nach wie vor die regionale Verteilung von Ausbildungsangeboten: Während im Bergischen Land und auch im Ruhrgebiet annähernd vier Ausbildungsplatzangebote auf fünf Bewerberinnen und Bewerber treffen, kommen in Südwestfalen auf fünf Bewerber rund sieben Stellen. Landesweit sieht es für Bewerberinnen und Bewerber besser aus. In NRW lag das Verhältnis von Ausbildungsangeboten zu Bewerbern bei 1 zu 1.
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Quelle: Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen vom 30.04.2020

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