Erfolgreiches Ausbildungsjahr 2018/ 19 im MK

Pressemitteilung Nr. 092 / 2019 – 30. Oktober 2019 der Agentur für Arbeit Iserlohn

 

"Erfolgreiches Ausbildungsjahr 2018/19

Märkischer Kreis. Die Agentur für Arbeit Iserlohn zieht gemeinsam mit ihren Ausbildungsmarktpartnern Bilanz zum Ausbildungsjahr 2018/ 19.

 

„Pro Bewerber gibt es in diesem Ausbildungsjahr 1,07 Berufsausbildungsstellen. Ein solch ausgeglichenes Bild ist in Nordrhein-Westfalen und auch im Bundesgebiet nicht überall der Fall. Auf den ersten Eindruck ist das positiv und wir ziehen für das Ausbildungsjahr 2018/ 19 eine erfolgreiche Bilanz. Denn trotz rückläufiger Schulentlasszahlen hält sich die Anzahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber in der Berufsberatung im Vergleich zum Vorjahr auf einem absolut hohen Niveau. Wir wissen auch, dass die Schülerinnen und Schüler ein deutliches Interesse an einer betrieblichen bzw. schulischen Ausbildung haben und das freut uns für die heimischen Arbeitgeber. Diese sind aufgrund des Bewerbermarktes seit einigen Jahren vor neue Herausforderungen gestellt, um an passende Bewerberinnen und Bewerber zu gelangen“, fasst Agenturchefin Sandra Pawlas zusammen.

2.957 Jugendliche haben sich im Beratungsjahr 2018/ 19 in der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Iserlohn gemeldet, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt suchten damit 4,5 Prozent (- 138 Personen) weniger als ein Jahr zuvor über die Agentur für Arbeit Iserlohn eine Ausbildungsstelle. Zum Ausbildungsjahrende gelten 131 Jugendliche als noch „unversorgt“. Dem gegenüber wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice im Zeitraum Oktober 2018 bis September 2019 insgesamt 3.169 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das waren 0,8 Prozent (- 25 Stellen) weniger als im Vorjahr. Zum Ende des Beratungsjahres waren noch 337 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Sandra Pawlas führt aus: „Während in den Bereichen unserer Geschäftsstellen Iserlohn, Lüdenscheid, Menden und Plettenberg mehr Ausbildungsstellen gemeldet als Bewerber registriert wurden, sah das Verhältnis in Altena, Kierspe und Werdohl genau andersherum aus. Erfahrungsgemäß sind zum Ende des Ausbildungsjahres leider nie alle Ausbildungsstellen besetzt und auch nie alle Bewerberinnen und Bewerber versorgt, da Angebot und Nachfrage aus berufsfachlichen, regionalen,  qualifikationsspezifischen oder auch infrastrukturellen Gründen voneinander abweichen. Auch Einstellungsverzichte von Arbeitgebern mangels aus ihrer Sicht geeigneter Bewerber sowie Vorbehalte seitens der Jugendlichen gegenüber  Ausbildungsbetrieben und gewissen Branchen verhindern das Entstehen von Ausbildungsverträgen. Das Gro der unbesetzten Ausbildungsstellen findet sich auch in diesem Jahr wieder im Bereich der Metallverarbeitung, im Handel, im kaufmännischen Bereich sowie im Handwerk. Aus Sicht der Arbeitsagentur kann ich Arbeitgeber nur ermutigen, auch künftig immer wieder oder auch erstmals Bewerbern eine Chance zu geben, die auch nur annähernd zu passen scheinen. Daneben können Arbeitgeber noch einmal mehr auf sich aufmerksam machen, indem sie über das Angebot von Praktika und Berufsfelderkundungen im Übergangssystem Schule und Beruf noch aktiver ihr Unternehmen und Ausbildungsmöglichkeiten vorstellen. Wichtig ist es, keine Chancen unversucht zu lassen, um an potentielle Auszubildende zu gelangen.“

„Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr ist weitge-hend konstant. Außerdem betreffen unbesetzte Stellen wichtige Sektoren der Metall- und Elektroindustrie: die Metallerzeugung, -bearbeitung und -oberflächenbehandlung, den Metallbau, die Feinwerk- und Werkzeugtechnik, den Maschinenbau und die Mechatronik. Eine Verbesserung der Lage bleibt daher für den Märkischen Arbeitgeberverband wünschenswert. Die Situation der Betriebe auf dem Ausbildungsmarkt ist unterschiedlich. Große, bekannte Unternehmen haben weiterhin zahlreiche Interessenten, verkehrsgünstig gelegene Betriebe haben es ebenfalls leichter. Es ist aber wichtig, dass alle Ausbildungsbetriebe Kandidaten finden. Der Märkische Arbeitgeberverband wird sich demnächst intensiver mit dem Thema ‚Erreichbarkeit der Ausbildungsstelle‘ insbesondere im ländlichen Raum beschäftigen. Wir engagieren uns darüber hinaus stark in der Nachwuchsgewinnung, von Ausbildungsmessen bis zum Einsatz des hochmodernen M+E-Info-Trucks in Unternehmen und Schulen, und betreiben zwei überbetriebliche Ausbildungszentren in Letmathe und Plettenberg. Auch spezielle Zielgruppen wie Studienabbrecher und Branchenwechsler beobachten wir genau, um auch hier Potenziale auszuschöpfen. Kreative Lösungen bleiben gefragt“, erklärt Özgür Gökce, Geschäftsführer des Märkischen Arbeitgeberverbandes.

„Unser Engagement für die betriebliche Ausbildung ist ungebrochen, dies gerade mit Blick auf die zurückgehende Zahl an Ausbildungsbewerbern“, so Kristina Jun-ge, Leiterin der Rechtsabteilung des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektro-Industrie Lüdenscheid e.V.. Daher initiiere und beteilige sich der Verband stets an Aktionen, die die duale Berufsausbildung fördern. Unter anderem durch den Besuch des InfoTrucks der Metall- und Elektroindustrie und des Technikzent-rums sowie durch die Teilnahme am Berufsparcours soll bei den Jugendlichen das Interesse für die duale Ausbildung geweckt werden. Insbesondere die Ausbildung in den technischen Berufen werde dabei in den Fokus gerückt. „Dem Fachkräftemangel soll durch ein attraktives Ausbildungsumfeld gegengesteuert werden“, so Junge, „denn die duale Ausbildung sichere bedarfsgerecht qualifizierte Nachwuchskräfte“.

Peter Frese, Leiter des Fachbereiches Ausbildung und Prüfungen der SIHK zu Hagen erklärt: „Im Bezirk der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) wurden zum Stichtag 30. September 3.471 Ausbildungsverträge neu eingetragen, 2.021 davon im kaufmännischen, 1.450 im gewerblich-technischen Bereich. Im Vergleich zum Vorjahr bedeuten diese Zahlen einen leichten Rückgang von 1,9 Prozent. Trotz der rückläufigen Schulabgängerzahlen ist es der SIHK auch in diesem Jahr erneut gelungen, die Schülerinnen und Schüler für die duale Berufsausbildung in den heimischen Unternehmen zu gewinnen. Ausbildungsmotor für dieses abermals gute Ergebnis ist der Märkische Kreis mit 1.900 und damit mehr als der Hälfte der neuen Ausbildungsverhältnisse. Wir freuen uns besonders, dass auch im Rahmen unserer Endspurt-Aktion noch einmal mehr als 100 unbesetzte Ausbildungsplätze für das laufende Jahr zur Verfügung gestellt wurden, davon wiederum gut die Hälfte im Märkischen Kreis. Gleichwohl wissen wir, dass sich nach einer langen Phase des Aufschwungs die konjunkturelle Lage der Wirtschaft im Märkischen Kreis eintrübt. Das aber hat die Unternehmer nicht in ihrer hohen Ausbildungsbereitschaft gebremst. Nach wie vor gilt: Dem Fachkräftemangel kann in erster Linie durch gut ausgebildete Nachwuchskräfte entgegengewirkt werden.“

„Das Innungshandwerk leistet im Märkischen Kreis einen unverzichtbaren Beitrag zur Fachkräftesicherung. Die heimischen Innungsbetriebe bieten vielfältige Berufs-bilder an, in denen sie eine qualitative und innovative duale Ausbildung vorhalten. Dabei werden die Anforderungen an junge Menschen immer heterogener und durch die Digitalisierung ständig anspruchsvoller. Für alle ist jedoch etwas dabei! Das persönliche Interesse, Engagement und die Sozialkompetenz sind dabei eben-so wichtig wie die fachliche Eignung. Wer sich für eine handwerkliche Berufsausbildung entscheidet, dem stehen Tür und Tore offen", so Dirk H. Jedan, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis.

Mit Hilfe des Jobcenters Märkischer Kreis haben im Ausbildungsjahr 2018/ 19 ins-gesamt 418 Jugendliche einen betrieblichen, schulischen oder außerbetrieblichen Ausbildungsplatz gefunden. „Wie in den Vorjahren liegen unsere Vermittlungszahlen weiterhin auf einem hohen Niveau“, so Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis. Verantwortlich für die guten Zahlen sei die enge, unbedingt notwendige individuelle Begleitung der Jugendlichen, denn „wir beobach-ten in den letzten Jahren immer mehr, dass die tatsächlichen Anforderungen der angebotenen Ausbildungsstellen und die Vorstellungen dazu sowie die mitgebrachten Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber oft weit auseinanderliegen.“ Erfreuliches kann Riecke über die Integrationszahlen von geflüchteten jungen Menschen berichten: „In diesem Jahr haben im Märkischen Kreis durch Vermittlung des Jobcenters 70 geflüchtete Jugendliche eine Ausbildung aufgenommen. Dies ist ein Anstieg von 130 % im Vergleich zum Vorjahr. Außerdem begannen noch 26 Ge-flüchtete eine Einstiegsqualifizierung.“ Allgemein kann beobachtet werden, dass die ausbildungsbegleitende Unterstützung von Jugendlichen immer wichtiger wird. Dies nicht zuletzt deshalb, da anhaltend Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungs-markt nicht zusammenpassen. Betriebe stehen hier vor einer wachsenden Herausforderung, denen sie auch mittels bestehenden Unterstützungsangeboten seitens des Jobcenters und der Bundesagentur für Arbeit begegnen können.

Sandra Pawlas erklärt abschließend: „Trotz des Jahresabschlusses in der Berufsberatung arbeiten alle Partner des Ausbildungskonsenses in den nächsten Wochen auch weiter sehr intensiv und individuell für alle Seiten daran, noch passende Lösungen zu finden. Das heißt konkret: Auch jetzt bestehen noch gute Möglichkeiten für Arbeitgeber sowie Bewerberinnen und Bewerber. Je nach Rückmeldung der Arbeitgeber und Berufsschulen können Ausbildungen auch bis Mitte November noch begonnen werden. Unterstützen kann die Arbeitsagentur im Besonderen mit diversen Förderinstrumenten, welche eine sozialpädagogische Betreuung und Stützunterricht und eine gezielte und abgestimmte Förderung des Bewerbers umfas-sen. Arbeitgeber erhalten entsprechend eine deutliche Unterstützung, wenn sie Kandidaten eine Chance geben, die vielleicht nicht auf den ersten Blick überzeugen, aber viel Potenzial mitbringen.“

 

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Das Ausbildungsjahr 2019/ 20 hat bereits begonnen. Arbeitgeber als auch Bewerberinnen und Bewerber können folgende Kontaktdaten nutzen, um mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsagentur für die Ausbildungsstellenmeldungen sowie Terminierungen in der Berufsberatung in Kontakt zu kommen:

  • Ausbildungsbetriebe erreichen den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit Iserlohn und Jobcenter Märkischer Kreis kostenlos unter der Durchwahl 0800/ 4 5555 20.
  • Alle Bewerber für Ausbildungsstellen erreichen die Berufsberatung kos-tenlos unter der Durchwahl 0800/ 4 5555 00."

 

 Quelle: Pressemitteilung Nr. 092 / 2019 – 30. Oktober 2019 der Agentur für Arbeit Iserlohn

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