NRW-Ausbildungsmarkt im August 2018

Pressemitteilung von Agentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen - Pressestelle
Nr. 27 / 2018 – 30. August 2018


"Arbeitsagenturen bieten Ideen und Unterstützung, wie die Ausbildung noch dieses Jahr klargemacht werden kann

Viele freie Lehrstellen zum Start des Ausbildungsjahres

Noch ist viel in Bewegung am NRW-Ausbildungsmarkt: Unternehmen und Betriebe meldeten zum Start des Ausbildungsjahres am 3. September noch 25.942 unbesetzte Stellen. Auch viele Jugendliche sind weiter auf der Suche. Ende August waren noch 22.536 junge Menschen ohne passende Lehrstelle und galten als unversorgt, weitere 13.823 Jugendliche hatten zwar eine Alternative zur Lehrstelle, suchten jedoch weiter aktiv nach einem Ausbildungsplatz. Für Unternehmen und Bewerber bietet der Ausbildungsmarkt noch viele Möglichkeiten, nach den Sommerferien die ersehnte Lehrstelle oder die dringend benötigten Azubis zu finden.

„Am Ausbildungsmarkt beginnt jetzt der Endspurt“, sagte Torsten Withake, Geschäftsführer Arbeitsmarktmanagement der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Die Unternehmen und Betriebe in NRW bieten landesweit noch ein breites und attraktives Angebot an dualen Ausbildungsstellen an. Und es gibt noch eine große Nachfrage von Bewerbern nach diesen Angeboten.“

Der Markt werde noch einmal kräftig in Bewegung kommen, sagte Withake: „Während der Sommerferien ist es am Ausbildungsmarkt erfahrungsgemäß etwas ruhiger. Dafür wird er in den kommenden Wochen umso mehr Fahrt aufnehmen. Worauf es jetzt aber ankommt ist, dass Jugendliche wie Unternehmen schnell agieren und nicht abwarten. Wir empfehlen, zügig Kontakt zu den Agenturen für Arbeit aufzunehmen - jungen Menschen zu ihren Berufsberaterinnen und Berufsberatern und den Arbeitgebern zum jeweiligen Vermittler im Arbeitgeber-Service.“

Bewerberinnen und Bewerber, aber auch Arbeitgeber sollten darüber hinaus auch weiter aufgeschlossen sein, sich überregional zu orientieren. Hierdurch eröffnen sich oftmals ungeahnte Chancen und Möglichkeiten. Neben der Vermittlung bieten die Agenturen für Arbeit auch viele attraktive Förderangebote: „Uns ist es wichtig, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Die Wirtschaft in NRW braucht qualifizierten Nachwuchs. In vielen Berufsfeldern herrschen Fachkräfte-Engpässe vor, in nicht wenigen können wir auch von einem Fachkräftemangel sprechen.“

Die Ausbildung von Fachkräften sei der wichtigste Weg für Unternehmen, langfristig zuverlässige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden: „Wir raten, dabei auch einmal weniger prominente Wege zu probieren“, sagte Withake. Unternehmen können auch jungen Menschen eine Chance einräumen, die zwar das Talent, aber nicht die notwenige Qualifikation mitbringen: „Für diese Jugendliche gibt es attraktive Fördermöglichkeiten, von denen die Unternehmen profitieren können. Unsere Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass dies ein Erfolgsmodell für alle sein kann.“


Hohes Qualifikationsniveau der Bewerber
Withake verwies auf das hohe Qualifikationsniveau der unversorgten Bewerber: „Von den rund 23.000 jungen Menschen, die noch unversorgt sind, aber weiterhin einen Ausbildungsplatz suchen, haben 33 Prozent die Mittlere Reife, und fast 37 Prozent mindestens die Fachhochschulreife in der Tasche. Das sind Potentiale, die wir in NRW nutzen müssen. Unternehmen und Betriebe haben also noch alle Chancen, ihren Ausbildungsplatz mit guten und geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen.“

Auf das ganze Jahr gesehen bleibt die Relation von Angebot zu Nachfrage zu Ungunsten der Bewerber. In ganz NRW kamen auf 100 Bewerber nur 86 Stellen. Regional zeigt sich dabei ein sehr unterschiedliches Bild: Im Münsterland gab es mehr Stellen als Bewerber – auf 100 Bewerber kamen 108 Stellen -, in Südwestfalen waren es sogar 116 Stellen, für die rechnerisch 100 Bewerber in Frage kamen. In allen anderen Arbeitsmarktregionen zeigte sich bis Ende August hingegen ein gegenteiliges Bild: Waren es zum Beispiel im Rheinland 90 Stellen auf 100 Bewerber, blieb das Ruhrgebiet trotz eines Stellenzuwachses von 8,6 Prozent Schlusslicht mit 72 Angeboten für 100 Jugendliche.


NRW Trend: Mehr Lehrstellenangebote, aber weniger Bewerber
Am Ausbildungsmarkt in NRW haben sich in diesem Jahr bislang 129.746 junge Menschen für einen Ausbildungsplatz interessiert. Das waren 2.951 Personen oder 2,2 Prozent weniger als im vergangenen Vermittlungsjahr. Auf der Gegenseite stieg das Angebot: NRW-Unternehmen meldeten 111.645 Ausbildungsstellen und damit 5.941 oder 5,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Regional fiel dieser doppelte Trend sehr unterschiedlich aus: Prozentual stieg das Lehrstellenangebot am stärksten im Ruhrgebiet, dort um 8,6 Prozent auf insgesamt 26.445 Ausbildungsplätze, sowie im Rheinland mit einem Plus von 7,1 Prozent, das mit 38.464 insgesamt auch die größte Anzahl an Lehrstellenangeboten aufweist. Auf dem dritten Platz der Zuwächse bei den Ausbildungsstellen liegt das Bergische Land, wo die Wirtschaft 9.225 Stellen bis Ende August 4,8 Prozent mehr angeboten hat als im Vorjahr. Die geringste Veränderung gab es in Südwestfalen. Dort bedeuten 11.101 Angebote im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 1,6 Prozent.

Dem steht gerade in Südwestfalen der stärkste Rückgang bei den Bewerbern entgegen: 9.589 Bewerber bedeuten ein Minus von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Den zweitgrößten Rückgang gab es in Ostwestfalen-Lippe, wo sich mit 16.878 Bewerbern 3,0 Prozent weniger Jugendliche für eine duale Berufsausbildung interessierten. Den geringsten Rückgang bei den Bewerbern meldet das Bergische Land: Dort sank die Zahl der Jugendliche, die eine Ausbildung absolvieren wollen, um 0,9 Prozent.


Bewerberinnen mit und ohne Alternative suchen noch Lehrstellen
Von den 129.746 Bewerberinnen und Bewerbern, die sich seit Beginn des Vermittlungsjahres im Oktober 2017 bei den Agenturen für Arbeit gemeldet haben, galten im August 2018 noch 22.536 junge Menschen als unversorgt – ein Minus von 1.109 Personen oder 4,7 Prozent. „Unversorgt“ bedeutet, dass sie

  • noch keinen Ausbildungsplatz sicher in der Tasche haben.
    Einen Ausbildungsplatz gefunden hatten bis Ende August 51.883 Personen, 930 mehr als vor einem Jahr.

  • Wer als unversorgt gilt, hat sich noch nicht wieder als Bewerberinnen und Bewerber abgemeldet, zum Beispiel um weiter zur Schule zu gehen, ein Studium oder eine gemeinnützige Beschäftigung aufzunehmen. Das hatten bis Ende August 41.504 junge Menschen – 2.477 Personen oder 5,6 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

  • Andere Jugendliche haben hingegen eine Alternative zu einem Ausbildungsplatz, etwa die Möglichkeit, einen höheren Schulabschluss zu erwerben oder ein Studium aufzunehmen, behalten aber ihre Priorität bei, eine duale Berufsausbildung antreten zu wollen. Im August galten 13.823 Bewerberinnen und Bewerber als „Bewerber mit Alternative“.

  • Unversorgte Bewerber und solche mit Alternative zusammen genommen, gab es demnach am Ausbildungsmarkt 36.359 junge Menschen, die noch in diesem Sommer mit einer Ausbildung beginnen möchten.

Ausbildung statt Ausreden – Kampagne der BA zum Endspurt am Ausbildungsmarkt
Unter dem Titel „# AusbildungKlarmachen - Ausbildung statt Ausreden“ sprechen die Agenturen für Arbeit in diesen Wochen Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, mit einem provokativen Ton an, der für Aufmerksamkeit sorgen soll.

Sprüche wie „Erst das Vergnügen, dann die Arbeit?“ sind dabei das Mittel der Wahl: „Keine Zeit, keine Motivation, keinen Stift gefunden ... Klar, es gibt unzählige ‚Gründe‘, warum du noch immer keinen Ausbildungsplatz in der Tasche hast. Aber es gibt keinen Grund, sich hängen zu lassen. Noch sind genug Ausbildungsstellen frei, die nur darauf warten, von dir klargemacht zu werden. Und wir unterstützen dich dabei!“

Auf der für mobile Endgeräte optimierten Kampagnen-Seite im Internet erhalten Jugendliche konkrete Unterstützungsangebote, um im Endspurt am Ausbildungsmarkt noch den Sprung in die Ausbildung zu schaffen. Weiter finden Jugendliche hier Tipps zum Schreiben von Bewerbungen, Planen von Vorstellungsgesprächen und für die selbständige Suche nach Ausbildungsangeboten. Wer möchte, kann sich hier auch über die Agenturen für Arbeit kurzfristig für konkrete Trainings anmelden.

Zusätzliche Informationen erhalten Sie auf der Kampagnen-Seite # AusbildungKlarmachen der Bundesagentur für Arbeit.

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Quelle: Pressemitteilung Nr. 27 / 2018 – 30. August 2018 von Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen

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