Endspurt am NRW-Ausbildungsmarkt beginnt später

Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen vom 30.07.2020

 

"Nr. 30 / 2020 – 30. Juli 2020

Endspurt am NRW-Ausbildungsmarkt beginnt später:
Viele Ausbildungsplätze frei - jetzt August intensiv nutzen

In Nordrhein-Westfalen sind aktuell noch 38.704 gemeldete Ausbildungsstellen frei und 32.247 junge Menschen suchen eine duale Berufsausbildung. „Unternehmen und Betriebe stellen sich für die Zukunft gut auf und denken auch bei der dieses Jahr schwierigen Lage an die Fachkräfte von Morgen“, betont Torsten Withake, Leiter der Bundesagentur für Arbeit in Nordrhein-Westfalen. „Arbeitgeber melden täglich neue Ausbildungsstellen und suchen Azubis noch für diesen Sommer.“

Aufgrund der Corona-Virus-Pandemie hat sich der Endspurt am Ausbildungsmarkt in diesem Jahr sechs bis acht Wochen verschoben. „Zum traditionellen Start des Ausbildungsjahres am 1. August sind in NRW noch viele Ausbildungsplätze frei, sagt Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Abschlussprüfungen an den Schulen fanden später statt, für Bewerbungsverfahren mussten neue Formate entwickelt werden und Unternehmen hatten zum Teil andere Prioritäten. Seit Juni setzen sich sowohl Unternehmen als auch Jugendliche spürbar wieder intensiver mit dem Thema Ausbildung auseinander. Diese Nachholeffekte sind erkennbar: Bereits den zweiten Monat in Folge wurden mehr Berufs­ausbildungsstellen im Vergleich sowohl zum Vorjahresmonat als auch zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre gemeldet. Auch die Bewerberzahlen sind im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat und im Vergleich zum Durchschnittswert der letzten fünf Jahre gestiegen.

Agenturen für Arbeit beraten und vermitteln verstärkt Schülerinnen und Schüler
„Es gibt aktuell viele Chancen für einen guten Einstieg ins Berufsleben. Es lohnt sich, sich jetzt beraten zu lassen und sich auf Ausbildungsplätze zu bewerben“, sagt Torsten Withake. „Der erste Schritt sollte der Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit sein. Hier gibt es Tipps, welcher Beruf der richtige sein könnte. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater checken natürlich auch Bewerbungsunterlagen und vermitteln passende Ausbildungsstellen.“

Beratung und Unterstützung sind für Jugendliche derzeit auch gerade deshalb besonders wichtig, da viele sich unsicher fühlen durch die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie. Durch die vorübergehende Schließung der Schulen waren sie im Frühjahr im Unklaren, wann und wie es für sie nach dem Abschluss weitergeht. Zudem war der Kontakt zur Berufsberatung in der Schule nicht in der gewohnten Form möglich, stattdessen gab es aber alternative Lösungen. Viele Schülerinnen und Schüler hatten sich auch im Frühjahr beworben, mussten aber länger auf eine Antwort der Ausbildungsbetriebe warten, da diese sich zunächst auch auf die Folgen der Pandemie einstellen mussten. „Viele Betriebe haben zum Beispiel komplett auf Online-Bewerbungsverfahren umgestellt“, sagt der Ausbildungsmarktexperte Withake. „Immer häufiger finden Vorstellungsgespräche per Video-Chat statt. Bewerber sollten sich darauf genauso intensiv vorbereiten, wie bei klassischen Bewerbungsverfahren. Tippfehler, zu große Dateianhänge oder schlechtes Licht beim Video-Vorstellungsgespräch sind No-Gos. Tipps, wie es richtig geht, bekommt man bei der Berufsberatung.“

Unkomplizierte Unterstützung für Azubis oder Ausbilderinnen und Ausbilder
Neben der Beratung gibt es in den Arbeitsagenturen vor Ort umfangreiche Fördermöglichkeiten für Jugendliche, die eine Ausbildung suchen, für Azubis sowie für Ausbilderinnen und Ausbilder. So können junge Menschen zum Beispiel durch kostenlosen Nachhilfeunterricht unkompliziert gefördert werden. Fachleute greifen zum Beispiel bei Mathematik oder Fremdsprachen stützend unter die Arme. Neben diesen ausbildungsbegleitenden Hilfen gibt es auch die Assistierte Ausbildung, die Azubis und Ausbilderinnen und Ausbilder im Betrieb begleiten - auf Wunsch auch über die gesamte Zeit der dualen Berufsausbildung. Die Arbeitsagenturen kooperieren dabei mit Trägern, die den Nachhilfeunterricht anbieten. Die Kosten werden direkt von der Arbeitsagentur übernommen.

Der Ausbildungsmarkt in Zahlen
Im Juli 2020 gab es landesweit 103.329 gemeldete Ausbildungsstellen und damit 9.260 bzw. 8,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Ausbildungsjahre mit 105.571 gemeldeten Ausbildungsstellen fällt der Rückgang geringer aus. Aktuell gibt es noch 38.704 freie Ausbildungsstellen.

Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,8 Prozent oder 12.972 auf 106.983 junge Menschen. 32.247 von ihnen suchen aktuell noch eine duale Berufsausbildung und gelten in der Statistik als unversorgt. Rechnet man die Jugendlichen hinzu, die bereits eine alternative Möglichkeit zur Ausbildung haben, die Ausbildungssuche aber fortsetzen, suchen 43.159 Menschen eine Lehrstelle. Somit waren 1.097 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber weniger auf der Suche als im Vorjahresmonat. Der Rückgang beträgt 3,3 Prozent.

Landesweit gibt es rechnerisch 97 Ausbildungsstellen für 100 Bewerberinnen bzw. Bewerber. Doch verteilt sich dieses Verhältnis regional sehr unterschiedlich. Im Münsterland kommen 126 und in Südwestfalen sogar 133 Stellen auf 100 Bewerberinnen und Bewerber. Im Rheinland gibt es je 100 Bewerber 99 Stellen, in Ostwestfalen-Lippe 93 Stellen, aber im Bergischen Land nur 83, im Ruhrgebiet nur 82 Lehrstellenangebote auf 100 junge Menschen.

 

Weitere Informationen:

Hier finden Sie weitere detaillierte statistische Daten und Grafiken zum Ausbildungsmarkt

Der NRW Ausbildungsatlas 2020 der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit analysiert auf über 60 Landkarten Chancen, Möglichkeiten und Herausforderungen am vielfältigen Lehrstellenmarkt im größten deutschen Bundesland. Zu finden ist das Dokument auf der Website der Regionaldirektion NRW unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-nrw/Arbeitsmarkt-analysieren.

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Nordrhein-Westfalen sowie hilfreiche Links zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten finden junge Menschen und ihre Eltern unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-nrw/zukunftklarmachen.

Die Info-Kampagne #AusbildungKlarmachen der Bundesagentur für Arbeit hält konkrete Ausbildungsplätze sowie Infos für Jugendliche, wie man Bewerbungen schreibt und sich auf Vorstellungsgespräche vorbereitet, bereit unter https://www.dasbringtmichweiter.de/ausbildungklarmachen/

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Quelle: Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen vom 30.07.2020

 

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